| 04.11.2011 | Bilder verbrennen und streicheln | Bernhard Schneider,Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 17.08.2010 | Landart unterwegs in die Stadt | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 29.08.2008 | Phönix aus der Asche | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 27.05.2008 | Weisse Flecken machen den Wald zur Kunst | Helene Arnet, Tages Anzeiger Zürich |
| 15.04.2008 | Weisse Flecken dieser Welt | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 12.05.2006 | Objekte, Bilder, Gedichte fügen sich zur Einheit | Annemarie Stüssi Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 22.10.2004 | Betroffenheit, Faszination, Möglichkeit | Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern .a.A. |
| 25.10.2004 | Ein eigenwilliger Zugang zur Religion | Franz Keller, die Botschaft |
| 24.10.2004 | Ihr "Achter Tag" | Ursula Meier-Hirschi Aargauer Zeitung |
| 16.11.2004 | Das Hohe Lied der Liebe | Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern.a. A. |
| 23.05.2003 | Bewegung sichtbar machen | Annemarie Stüssi Anzeiger Affoltern.a. A. |
| Bilder verbrennen und streicheln | Bernhard Schneider, Anzeiger Affoltern.a. A. 17.8.2010 |
Die „ Aschebilder“ sind aus Bildern entstanden, die Carmen Cabert aus verschiedenen Gründen verbrannt und aus der Asche zu neuen Bildern umgearbeitet hat. Feuer ist auch für weitere Werke die Grundlage: Wenn Carmen Cabert an einer ihrer zahlreichen Feuerstellen ein grosses Feuer anfacht, rettet sie angebrannte Holzstücke, welche die gewünschte Form haben, bemalt sie mit Acrylfarben und haucht ihnen so neues Leben ein.
Das neuste Projekt von Carmen Cabert heisst Mensa: Auf einem Tisch stehen 13 Teller. An der Tafel sitzen nicht die zwölf Apostel und Jesus, sondern auf jedem Teller befindet sich ein Kunstwerk der Malerin: „ Es sind meine Freunde“. 13 Tische sind geplant, und zu jedem möchte sie sich von einem Autor Texte wünschen. Regula Zellweger hat sie zum Betexten des ersten Tisches eingeladen. daraus ist die Ausstellung Bildsprache-Sprachbilder entstanden.
Die ausgestellten Bilder entstammen den Zyklen Weisse Flecken, Aschebilder, Michelangelo und Mensa. So vielfältig wie die Zyklen sind die Texte: mal ernst, mal witzig, mal kurz, mal lang. Das „Zornröschen“ ist ein Märchen von Regula Zellweger zu „ Mensa“, dem Tisch mit den 13 Tellern, in dem Sophie, die ungeladene13. Fee, in den Festsaal platzt. es kommt zum Schluss: Feen sind mit ihren Wunscherfüllungen oft keine weisen Frauen.“
Kennen gelernt haben sich Carmen Cabert und Regula Zellweger anlässlich eines Artikels für den Anzeiger: „Ich bin nicht Kunstkritikerin, mich interessieren Menschen“, erläutert die Journalistin, „deshalb nehme ich mir viel Zeit für die Interviews-und so entstehen manchmal Beziehungen“.
Carmen Cabert arbeitet chaotisch, wie sie erzählt. Sie ist immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Der Kontrast zwixhen den Weissen Flecken, die im Wald bei Bonstetten zu sehen sind, und den von Michelangelo, „meinem virtuellen Geliebten“, inspirierten, plastischen Bildern bringt eine besondere Spannung in die Ausstellung.
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| Landart unterwegs in die Stadt | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. 17.8.2010 |
Die weissen Flecken der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert ziehen weitere Kreise.
Als sich Carmen Cabert vor gut zwei Jahren von frisch gefällten Bäumen im Wald bei ihrem Haus in Bonstetten inspirieren liess, sich weisse Farbe besorgte und die Baumstrünke in leuchtend weisse Flecken verwandelte, ahnte sie nicht, dass ihr spontanes Tun ein Kunstwerk werden sollte, das sich über Jahre weiter entwickeln wird.
Damals, als es die Autobahn durch das Säuliamt noch nicht gab, fuhr man direkt am Waldstück vorbei, aus dem weisse Flecke leuchteten, welche die Neugier weckten. Wozu bemalt jemand im Wald die Schnittstellen gefällter Bäume? Am Anfang stand aber keine Absicht, sondern die Lust, spontane Ideen einfach umzusetzen. Carmen Cabert kraxelt auch heute noch im steilen Bachtobel auf und ab, bemalt die Schnittstellen der gefällten Bäume mit weisser, biologisch abbaubarer Farbe und freute sich, wenn sie von ihrem Fenster aus die weissen Flecke sehen kann. Ihr fast meditatives Tun ist begleitet von vielen Gedanken rund um Schöpfung und Natur, ums Leben, um Werte und Sinn.
Wie ein Steinwurf ins Wasser
Menschen sahen die weissen Flecke, kamen wegen der weissen Flecken und dachten nach. Gedanken um die Natur, um die Künstlerin und ihre Aussagen, eigene Gedanken. So zog das Werk von Carmen Cabert immer weitere Kreise, wie Ringe im Wasser nach einem Steinwurf, die an die viel langsameren Jahresringe der Bäume erinnern. Die ringförmigen Wasserwellen können an einem Objekt brechen und sich wieder zurück bewegen. So kam die Botschaft der weissen Baumstrünke bei der Kuratorin der Galerie Wengihof, Sofie Wandeler, an. Sie nahm mit Carmen Cabert Kontakt auf und gemeinsam organisierten die beiden Frauen nun eine Ausstellung in sieben Stationen. So begann eine neue Bewegung. Die neuen Wellen schneiden sich mit den alten und bilden ein neues Muster. Sie werden viele Menschen erreichen, die an den einzelnen Stationen vielleicht zufällig - den weissen Baumtranchen begegnen. Diese weisen den Weg von Bonstetten nach Zurich.
Schweisstücher als moderne Reliquien
Baumstrunktranchen machen schlussendlich zusammen mit Schweisstüchern Halt in der Galerie Wengihof. Die Abriebe der Baumstrünke, Graphit auf weissem Stoff, wirken wie Schweisstücher. Hier lehnt die Künstlerin an die Legende des Schweisstuches der Veronika an: Nach der christlichen Überlieferung hat Veronika ihr Tuch Jesus auf dessen Weg nach Golgota gereicht, um Schweiss und Blut vom Gesicht abzuwaschen. Dabei soll sich das Gesicht Jesu auf wunderbare Weise auf dem Schweisstuch als sogenanntes Veronikabild eingeprägt haben. Diese Reliquie hat immer wieder Künstler inspiriert.
Ergänzt wird die Ausstellung mit Texten von 22 verschiedenen Autorinnen und Autoren. Carmen Cabert liebt sogenannte Wortcollagen und kombiniert selbst immer wieder Schrift, Fotografie und Bild. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Bildband, der bei der Künstlerin bezogen werden kann.
Eindrücklicher, je näher bei den Wurzeln
Die Abriebe, einzigartige, riesengrosse „Fingerabdrücke“ von Bäumen, entstehen in harter Knochenarbeit. Mit einem Stück Graphit reibt Carmen Cabert stundenlang im unwegsamen Gelände über Stoff, der auf dem Baumstrunk liegt. Diese Frottagen sind Porträts von Bäumen, zeigen ihr Innenleben und erzählen ihre geheimnisvolle Geschichte. Je näher der Schnitt bei den Wurzeln erfolgte, desto interessanter ist die Form der Frottage. Eine der vielen Metaphern, die sich fast aufdrängen, wenn man dem Werk von Carmen Cabert „nach-denkt“.
Sich inspirieren lassen
Sofie Wandeler schrieb, inspiriert durch das Projekt: „Unterwegs-Sein als Kontrapunkt zum Ort. Getrieben-Sein als Gegenpol zum Dasein. Die Galerie als Antithese zur Landart. & im Weg die Verschmelzung zu einem.“ Carmen Cabert hat viele neue Ideen. So hat sie die Form der Baumstrünke mit Draht nachgezogen was daraus werden will, weiss sie noch nicht genau. Sie hat sich einen Stamm von einem Waldarbeiter in grobe Würfel schneiden lassen und ist völlig begeistert, wie das Trocknen Risse gestaltet hat. Man darf gespannt sein, wie sich die Bonstetter Baumgeschichte weiter entwickelt.
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| Phönix aus der Asche | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. 29.8.08 |
Werke der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert im Kunstfenster
| Weisse Flecken machen den Wald zur Kunst | Helene Arnet, Tages Anzeiger Zürich 17.5.08 |
„Ewiger Schnee“, ist der spontane Gedanke, der beim Anblick der weissen Flecken im bewaldeten Hirschenbachtobel für Irritation sorgt. Dann wird dem Spaziergänger poetisch zu Mute: Zwischen den Bäumen schimmern grosse Glühwürmchen oder fluoreszierende Pilze. Wo er hinschaut, tauchen neue auf und bringen das saftige Grün der Bäume stärker zum Leuchten. Die weissen Flecken sind Baumstrünke, deren Schnittfläche bemalt wurden. Sie zeugen von den jüngsten zahlreichen Ausforstungen und wirken auf Grund der Verfremdung auch wie Wunden, die dem Wald geschlagen wurden. Das Waldstück zwischen Bonstetten und Islisberg ist zur Leinwand geworden, welche von der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert Steiner bemalt wurde: Sie hat 66 Baumstrünke mit biologisch abbaubarer Farbe bemalt und so ein vielschichtiges Werk geschaffen. Man schaut dorthin, wo man sonst darüber hinwegschaut, und man sieht vor lauter fehlenden Bäumen den Wald besser.
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| Weisse Flecken dieser Welt | Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A. 15.4.08 |
Spuren von Sterben und Entstehen im Wald sichtbar machen.
In einem Bachtobel bei Bonstetten hat die Künstlerin Carmen Cabert Steiner nah bei ihrem Wohnhaus die Schnittflächen der Strünke frisch geschnittener Bäume weiss bemalt. Rund 66 weisse Flächen verzaubern nun dieses Stück Wald - ganz besonders nachts bei Mondschein.
Wenn man von Birmensdorf nach Hedingen fährt und nach der Scheune am rechten Strassenrand, etwa hundert Meter vor der Bahnüberführung und der Abzweigung nach Islisberg bei der rechts abzweigenden kleinen Strasse bergauf schaut, fallen strahlendweisse Flecke auf dem Waldboden auf. Sie leuchten durch die unbelaubten Bäume und mit jedem Schritt, den man bergauf geht, verändert sich das Muster. Nachts zaubern die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos ein gespenstisches Lichtspiel in den Wald. Langsam wird das Weiss der biologisch abbaubaren Farbe wieder verschwinden, das spriessende Grün wird die weissen Flecke verdecken, Moos wird darüber wachsen - Rückeroberung. Und irgendwann wird nichts mehr zu sehen sein vom Projekt der Künstlerin Carmen Cabert Steiner.
Nachdenken
Wie kommt jemand dazu, mit Farbkessel und Pinsel an steilen Hängen herumzukraxeln und Baumstrünke weiss zu färben? Geplant hat Carmen Cabert Steiner diese Inszenierung nicht. „Sie wurde mir quasi vor die Türe geworfen“, erklärt sie. Zahlreiche Bäume wurden vor ihrem Haus gefällt und die Schnittstellen faszinierten Carmen Cabert Steiner. Sie liess sie bewusst schräg schneiden. Das Bemalen dieser Flächen, das die Spuren der Motorsäge und die Struktur der Jahrringe sichtbar macht, war für sie ein tiefes Erlebnis, sie beschreibt es als eigentlichen Flow-Zustand.
Sie selbst geniesst den Anblick der „Weissen Flecke dieser Welt“, wie sie ihr Werk nennt, zu den unterschiedlichsten Tageszeiten und bei verschiedenen Wetterlagen. Schaut und denkt nach. Über die Natur, über das Leben, das Werden und Vergehen, über Sinn und Achtsamkeit.
Natur
„Die Natur ist mein Lebenselixier. Ich lebe mit der Natur, bin voll drin, organisch, sichtbar in meiner Kunst“, so beschreibt Carmen Cabert Steiner ihre intensive Beziehung als Künstlerin zur Natur. Ihr Haus ist sehr abgelegen, am Wanderweg von Bonstetten nach Islisberg, und bei schönem Wetter kommen viele Wanderer vorbei. Die Leute schauen, bleiben stehen, staunen - und schon ist ein Gespräch in Gang. Die Menschen nehmen so erst das Tobel intensiv wahr, auch wenn sie schon hundert Mal daran vorbeigefahren sind. Und Wahrnehmung ist der erste Schritt, um über tiefere Zusammenhänge nachzudenken. Carmen Cabert Steiner unterstützt die Aussage von Max Bill: „Das Ziel der konkreten Kunst ist es, Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln, ähnlich wie der Mensch sich Gegenstände schafft für den materiellen Gebrauch“.
Glitzernde Spirale
In einer Wiese neben dem Haus der Künstlerin stecken 49 rote und blaue Sektflaschen im Boden. Darauf sind 49 CDs geleimt. Wenn die Sonne einfällt, glitzern und glänzen die Scheiben. Carmen Cabert begeht mindestens einmal pro Tag dieses Labyrinth dies bis zu ihrem fünfzigsten Geburtstag. Sie zelebriert diesen Übergang bewusst. „Ein Kreis der sich öffnet, wird zur Spirale“, meint sie vielsagend. Auch Sprache ist für die Künstlerin ein wichtiges Ausdrucksmittel. Sie hat Freunde und Bekannte gebeten, schriftlich zu den weissen Flecken Stellung zu nehmen. Diese beeindruckenden Aussagen kann man unter Feedback nachlesen.
Es lohnt sich, eine Wanderung mit dem Erleben der „Weissen Flecke dieser Welt“ zu kombinieren für Stoff zum Nachdenken und für Gespräche ist gesorgt.
| Objekte, Bilder, Gedichte fügen sich zur Einheit | Annemarie Stüssi Anzeiger Affoltern.a. A. 12.5.06 |
| Betroffenheit, Faszination, Möglichkeit | Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern .a.A. 22.10.04 |
| Ein eigenwilliger Zugang zur Religion | Franz Keller, die Botschaft 25.10.04 |
| Ihr "Achter Tag" | Ursula Meier-Hirschi Aargauer Zeitung 24.10.04 |
| Das Hohe Lied der Liebe | Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern.a. A. 16. 11. 04 |
| Bewegung sichtbar machen | Annemarie Stüssi Anzeiger Affoltern.a. A. 23.5.03 |