Presse

04.11.2011 Bilder verbrennen und streicheln Bernhard Schneider,Anzeiger Affoltern.a. A.
17.08.2010 Landart unterwegs in die Stadt Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A.
29.08.2008 Phönix aus der Asche Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A.
27.05.2008 Weisse Flecken machen den Wald zur Kunst Helene Arnet, Tages Anzeiger Zürich
15.04.2008 Weisse Flecken dieser Welt Regula Zellweger, Anzeiger Affoltern.a. A.
12.05.2006 Objekte, Bilder, Gedichte fügen sich zur Einheit Annemarie Stüssi  Anzeiger Affoltern.a. A.
22.10.2004 Betroffenheit, Faszination, Möglichkeit Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern .a.A.
25.10.2004 Ein eigenwilliger Zugang zur Religion Franz Keller, die Botschaft
24.10.2004 Ihr "Achter Tag" Ursula Meier-Hirschi Aargauer Zeitung
16.11.2004 Das Hohe Lied der Liebe Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern.a. A.
23.05.2003 Bewegung sichtbar machen Annemarie Stüssi  Anzeiger Affoltern.a. A.





Bilder verbrennen und streicheln Bernhard Schneider,  Anzeiger Affoltern.a. A. 17.8.2010


Die „ Aschebilder“ sind aus Bildern entstanden, die Carmen Cabert aus verschiedenen Gründen verbrannt und aus der Asche zu neuen Bildern umgearbeitet hat. Feuer ist auch für weitere Werke die Grundlage: Wenn Carmen Cabert an einer ihrer zahlreichen Feuerstellen ein grosses Feuer anfacht, rettet sie angebrannte Holzstücke, welche die gewünschte Form haben, bemalt sie mit Acrylfarben und haucht ihnen so neues Leben ein.

Das neuste Projekt von Carmen Cabert heisst Mensa: Auf einem Tisch stehen 13 Teller. An der Tafel sitzen nicht die zwölf Apostel und Jesus, sondern auf jedem Teller befindet sich ein Kunstwerk der Malerin: „ Es sind meine Freunde“. 13 Tische sind geplant, und zu jedem möchte sie sich von einem Autor Texte wünschen. Regula Zellweger hat sie zum Betexten des ersten Tisches eingeladen. daraus ist die Ausstellung Bildsprache-Sprachbilder entstanden.

Die ausgestellten Bilder entstammen den Zyklen Weisse Flecken, Aschebilder, Michelangelo und Mensa. So vielfältig wie die Zyklen sind die Texte: mal ernst, mal witzig, mal kurz, mal lang. Das „Zornröschen“ ist ein Märchen von Regula Zellweger zu „ Mensa“, dem Tisch mit den 13 Tellern, in dem Sophie, die ungeladene13. Fee, in den Festsaal platzt. es kommt zum Schluss: Feen sind mit ihren Wunscherfüllungen oft keine weisen Frauen.“

Kennen gelernt haben sich Carmen Cabert und Regula Zellweger anlässlich eines Artikels für den Anzeiger: „Ich bin nicht Kunstkritikerin, mich interessieren Menschen“, erläutert die Journalistin, „deshalb nehme ich mir viel Zeit für die Interviews-und so entstehen manchmal Beziehungen“.

Carmen Cabert arbeitet chaotisch, wie sie erzählt. Sie ist immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Der Kontrast zwixhen den Weissen Flecken, die im Wald bei Bonstetten zu sehen sind, und den von Michelangelo, „meinem virtuellen Geliebten“, inspirierten, plastischen Bildern bringt eine besondere Spannung in die Ausstellung.

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Landart unterwegs in die Stadt Regula Zellweger,  Anzeiger Affoltern.a. A. 17.8.2010


Die weissen Flecken der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert  ziehen weitere Kreise.

Als sich Carmen Cabert vor gut zwei Jahren von frisch gefällten Bäumen im Wald bei ihrem Haus in Bonstetten inspirieren liess, sich weisse Farbe besorgte und die Baumstrünke in leuchtend weisse Flecken verwandelte, ahnte sie nicht, dass ihr spontanes Tun ein Kunstwerk werden sollte, das sich über Jahre weiter entwickeln wird.

Damals, als es die Autobahn durch das Säuliamt noch nicht gab, fuhr man direkt am Waldstück vorbei, aus dem weisse Flecke leuchteten, welche die Neugier weckten. Wozu bemalt jemand im Wald die Schnittstellen gefällter Bäume? Am Anfang stand aber keine Absicht, sondern die Lust, spontane Ideen einfach umzusetzen. Carmen Cabert kraxelt auch heute noch im steilen Bachtobel auf und ab, bemalt die Schnittstellen der gefällten Bäume mit weisser, biologisch abbaubarer Farbe und freute sich, wenn sie von ihrem Fenster aus die weissen Flecke sehen kann. Ihr fast meditatives Tun ist begleitet von vielen Gedanken rund um Schöpfung und Natur, ums Leben, um Werte und Sinn.

Wie ein Steinwurf ins Wasser
Menschen sahen die weissen Flecke, kamen wegen der weissen Flecken – und dachten nach. Gedanken um die Natur, um die Künstlerin und ihre Aussagen, eigene Gedanken. So zog das Werk von Carmen Cabert immer weitere Kreise, wie Ringe im Wasser nach einem Steinwurf, die an die viel langsameren Jahresringe der Bäume erinnern. Die ringförmigen Wasserwellen können an einem Objekt brechen und sich wieder zurück bewegen. So kam die Botschaft der weissen Baumstrünke bei der Kuratorin der Galerie Wengihof, Sofie Wandeler, an. Sie nahm mit Carmen Cabert Kontakt auf und gemeinsam organisierten die beiden Frauen nun eine Ausstellung in sieben Stationen. So begann eine neue Bewegung. Die neuen Wellen schneiden sich mit den alten und bilden ein neues Muster. Sie werden viele Menschen erreichen, die an den einzelnen Stationen – vielleicht zufällig - den weissen Baumtranchen begegnen. Diese weisen den Weg von Bonstetten nach Zurich.

Schweisstücher als moderne Reliquien
Baumstrunktranchen machen schlussendlich zusammen mit Schweisstüchern Halt in der Galerie Wengihof. Die Abriebe der Baumstrünke, Graphit auf weissem Stoff, wirken wie Schweisstücher. Hier lehnt die Künstlerin an die Legende des Schweisstuches der Veronika an: Nach der christlichen Überlieferung hat Veronika ihr Tuch Jesus auf dessen Weg nach Golgota gereicht, um Schweiss und Blut vom Gesicht abzuwaschen. Dabei soll sich das Gesicht Jesu auf wunderbare Weise auf dem Schweisstuch als sogenanntes Veronikabild eingeprägt haben. Diese Reliquie hat immer wieder Künstler inspiriert.

Ergänzt wird die Ausstellung mit Texten von 22 verschiedenen Autorinnen und Autoren. Carmen Cabert liebt sogenannte Wortcollagen und kombiniert selbst immer wieder Schrift, Fotografie und Bild. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Bildband, der bei der Künstlerin bezogen werden kann.

Eindrücklicher, je näher bei den Wurzeln
Die Abriebe, einzigartige, riesengrosse „Fingerabdrücke“ von Bäumen, entstehen in harter Knochenarbeit. Mit einem Stück Graphit reibt Carmen Cabert stundenlang im unwegsamen Gelände über Stoff, der auf dem Baumstrunk liegt. Diese Frottagen sind Porträts von Bäumen, zeigen ihr Innenleben und erzählen ihre geheimnisvolle Geschichte. Je näher der Schnitt bei den Wurzeln erfolgte, desto interessanter ist die Form der Frottage. Eine der vielen Metaphern, die sich fast aufdrängen, wenn man dem Werk von Carmen Cabert „nach-denkt“.

Sich inspirieren lassen
Sofie Wandeler schrieb, inspiriert durch das Projekt: „Unterwegs-Sein als Kontrapunkt zum Ort. Getrieben-Sein als Gegenpol zum Dasein. Die Galerie als Antithese zur Landart. & im Weg die Verschmelzung zu einem.“ Carmen Cabert hat viele neue Ideen. So hat sie die Form der Baumstrünke mit Draht nachgezogen – was daraus werden will, weiss sie noch nicht genau. Sie hat sich einen Stamm von einem Waldarbeiter in grobe Würfel schneiden lassen und ist völlig begeistert, wie das Trocknen Risse gestaltet hat. Man darf gespannt sein, wie sich die Bonstetter Baumgeschichte weiter entwickelt.

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Phönix aus der Asche Regula Zellweger,  Anzeiger Affoltern.a. A. 29.8.08


Werke der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert im Kunstfenster


Vergangenheit und Gegenwart in Gleichzeitigkeit darstellen, dies gelingt Carmen Cabert mit ihren Aschebildern. Es sind keine Bilder, die einen sofort anspringen – sie verlangen vom Betrachter Zeit und Zuwendung zur Auseinandersetzung. «Die wiedergefundene Zeit», steht denn auch als Leitgedanke über der ganzen Ausstellung.

Die Galeristin Elfi Bohrer erzählt gern von einem Networking-Treffen mit der Bonstetter Künstlerin vor über zehn Jahren. Das Thema der intensiven Gespräche war «Erfolg». Ganz erstaunt und etwas naiv fragte damals Carmen Cabert: «Ich sollte mit Vierzig erfolgreich sein? Das kommt doch erst später!» Die Frauenrunde reagierte unisono mit Motivation: «Wann, wenn nicht jetzt?» Und Carmen Cabert nahm den liebevollen Tritt in den Hintern zum Anlass, als Kunstschaffende und mit Ausstellungen tüchtig loszulegen. Die Ergebnisse der letzen zehn Jahre dürfen sich sehen lassen, Cabert hat sich hierzulande und darüber hinaus einen Namen gemacht.

Aschebilder

Aus Altem Neues entstehen lassen, indem man es zuerst durch die reinigende Kraft des Feuers verdichten und umwandeln lässt, ist eine geniale Idee, die Cabert konsequent realisiert hat. In einem Ritual verbrannte sie Gemälde und Zeichnungen, sammelte die Asche sorgsam ein und übertrug sie in einer einzigartigen Verdichtung von Vergangenheit und Gegenwart auf neue Leinwand. Die Aschebilder wirken auf den ersten Blick dunkelgrau, geheimnisvoll, sogar düster. Beim längeren Betrachten entdeckt man immer mehr Leben: Pigmente, Muster, Formen, Strukturen, Rhythmen – Phönix aus der Asche. Den Vorgang der Verbrennung der Zeichnungen und Bilder hat Carmen Cabert in kommentierten Fotos festgehalten, die im Kunstfenster, aber auch auf der Webseite der Künstlerin zu sehen sind.

Vernetzen der Themen

Cabert ist keine Künstlerin, die ein Thema aufnimmt, es ausschöpft und dann definitiv zur Seite legt. Sie hat Themen, die durch alle Schaffensphasen durchgehen, so die Naturbezogenheit oder Bewegung. Neben den aktuellen, vorwiegend quadratischen Aschebildern beleben ältere, farbintensive Werke die Ausstellung – auch so entsteht ein Zusammenschwingen von Vergangenheit und Gegenwart zu einem neuen Ganzen. Da sind zwei Bilder, die Bewegungen des Tanzes in einer verdichteten Form wiedergeben. Das Naturthema wird von einer Skulptur aufgenommen. Einen verkohlten Baumstrunk in einer fast gotisch nach oben strebenden Form hat Cabert so behandelt, dass die tiefschwarzen Stellen mit der vom Feuer zerrissenen Struktur glänzen, spiegeln.

Eindrücklich ist auch eine Bilderserie, den sie unter dem Begriff «Gedankenquellen» zusammenfasst. Aus dem Hintergrund tauchen skizzenhaft, wie bewusst gelegte Spuren, aber erst auf den zweiten Blick erkennbare Kopfformen auf. Mit ihren Werken legt Carmen Cabert immer wieder Spuren, die zwar Geheimnisse durchaus auch wahren, aber den Betrachter motivieren, im intensiven Sehen den Spuren zu sich selbst zu folgen.

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Weisse Flecken machen den Wald zur Kunst Helene Arnet, Tages Anzeiger Zürich 17.5.08


„Ewiger Schnee“, ist der spontane Gedanke, der beim Anblick der weissen Flecken im bewaldeten Hirschenbachtobel für Irritation sorgt. Dann wird dem Spaziergänger poetisch zu Mute: Zwischen den Bäumen schimmern grosse Glühwürmchen oder fluoreszierende Pilze. Wo er hinschaut, tauchen neue auf und bringen das saftige Grün der Bäume stärker zum Leuchten. Die weissen Flecken sind Baumstrünke, deren Schnittfläche bemalt wurden. Sie zeugen von den jüngsten zahlreichen Ausforstungen und wirken auf Grund der Verfremdung auch wie Wunden, die dem Wald geschlagen wurden. Das Waldstück zwischen Bonstetten und Islisberg ist zur Leinwand geworden, welche von der Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert Steiner bemalt wurde: Sie hat 66 Baumstrünke mit biologisch abbaubarer Farbe bemalt und so ein vielschichtiges Werk geschaffen. Man schaut dorthin, wo man sonst darüber hinwegschaut, und man sieht vor lauter fehlenden Bäumen den Wald besser.

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Weisse Flecken dieser Welt Regula Zellweger,  Anzeiger Affoltern.a. A. 15.4.08


Spuren von Sterben und Entstehen im Wald sichtbar machen.

In einem Bachtobel bei Bonstetten hat die Künstlerin Carmen Cabert Steiner nah bei ihrem Wohnhaus die Schnittflächen der Strünke frisch geschnittener Bäume weiss bemalt. Rund 66 weisse Flächen verzaubern nun dieses Stück Wald - ganz besonders nachts bei Mondschein.

Wenn man von Birmensdorf nach Hedingen fährt und nach der Scheune am rechten Strassenrand, etwa hundert Meter vor der Bahnüberführung und der Abzweigung nach Islisberg bei der rechts abzweigenden kleinen Strasse bergauf schaut, fallen strahlendweisse Flecke auf dem Waldboden auf. Sie leuchten durch die unbelaubten Bäume und mit jedem Schritt, den man bergauf geht, verändert sich das Muster. Nachts zaubern die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos ein gespenstisches Lichtspiel in den Wald. Langsam wird das Weiss der biologisch abbaubaren Farbe wieder verschwinden, das spriessende Grün wird die weissen Flecke verdecken, Moos wird darüber wachsen - Rückeroberung. Und irgendwann wird nichts mehr zu sehen sein vom Projekt der Künstlerin Carmen Cabert Steiner.

Nachdenken

Wie kommt jemand dazu, mit Farbkessel und Pinsel an steilen Hängen herumzukraxeln und Baumstrünke weiss zu färben? Geplant hat Carmen Cabert Steiner diese Inszenierung nicht. „Sie wurde mir quasi vor die Türe geworfen“, erklärt sie. Zahlreiche Bäume wurden vor ihrem Haus gefällt und die Schnittstellen faszinierten Carmen Cabert Steiner. Sie liess sie bewusst schräg schneiden. Das Bemalen dieser Flächen, das die Spuren der Motorsäge und die Struktur der Jahrringe sichtbar macht, war für sie ein tiefes Erlebnis, sie beschreibt es als eigentlichen Flow-Zustand.

Sie selbst geniesst den Anblick der „Weissen Flecke dieser Welt“, wie sie ihr Werk nennt, zu den unterschiedlichsten Tageszeiten und bei verschiedenen Wetterlagen. Schaut – und denkt nach. Über die Natur, über das Leben, das Werden und Vergehen, über Sinn und Achtsamkeit. 

Natur

„Die Natur ist mein Lebenselixier. Ich lebe mit der Natur, bin voll drin, organisch, sichtbar in meiner Kunst“, so beschreibt Carmen Cabert Steiner ihre intensive Beziehung als Künstlerin zur Natur. Ihr Haus ist sehr abgelegen, am Wanderweg von Bonstetten nach Islisberg, und bei schönem Wetter kommen viele Wanderer vorbei. Die Leute schauen, bleiben stehen, staunen - und schon ist ein Gespräch in Gang. Die Menschen nehmen so erst das Tobel intensiv wahr, auch wenn sie schon hundert Mal daran vorbeigefahren sind. Und Wahrnehmung ist der erste Schritt, um über tiefere Zusammenhänge nachzudenken. Carmen Cabert Steiner unterstützt die Aussage von Max Bill: „Das Ziel der konkreten Kunst ist es, Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln, ähnlich wie der Mensch sich Gegenstände schafft für den materiellen Gebrauch“.

Glitzernde Spirale

In einer Wiese neben dem Haus der Künstlerin stecken 49 rote und blaue Sektflaschen im Boden. Darauf sind 49 CDs geleimt. Wenn die Sonne einfällt, glitzern und glänzen die Scheiben. Carmen Cabert begeht mindestens einmal pro Tag dieses Labyrinth – dies bis zu ihrem fünfzigsten Geburtstag. Sie zelebriert diesen Übergang bewusst. „Ein Kreis der sich öffnet, wird zur Spirale“, meint sie vielsagend. Auch Sprache ist für die Künstlerin ein wichtiges Ausdrucksmittel. Sie hat Freunde und Bekannte gebeten, schriftlich zu den weissen Flecken Stellung zu nehmen. Diese beeindruckenden Aussagen kann man unter Feedback nachlesen.

Es lohnt sich, eine Wanderung mit dem Erleben der „Weissen Flecke dieser Welt“ zu kombinieren – für Stoff zum Nachdenken und für Gespräche ist gesorgt.


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Objekte, Bilder, Gedichte fügen sich zur Einheit Annemarie Stüssi  Anzeiger Affoltern.a. A. 12.5.06

Carmen Cabert Steiner und Ernst Schlatter realisieren eine überraschende Gemeinschaftsarbeit.

Die Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert Steiner ist weit über unsere Region hinaus bekannt, und auch der Ebertswiler Lyriker  und "Anzeiger"-Journalist  Ernst Schlatter  ist durch seine verschiedenen Publikationen längst zu einem Begriff geworden. Nun haben die beiden kreativ Tätigen im Zusammenspiel mit der Sängerin Verena-Barbara Gohl im Zentrum Oberdorf, Affoltern, eine Art Gesamtkunstwerk realisiert.

Carmen Cabert Steiner ist eine beeindruckende Malerin, gleichzeitig sucht sie nach immer neuen künstlerischen Ausdrucksformen und hat eine besondere Beziehung zu so genannten Assemblagen entwickelt. In der aktuellen Ausstellung fügt sie vielfach Fundstücke aus der Natur durch kleine gestalterische, aber markante Eingriffe und Ergänzungen zu einem überraschenden Objekt zusammen, bei welchem das Gewachsene und das Hinzugefügte ein überraschendes neues Ganzes bilden.

Beispielsweise sind es Rindenstücke, die an den weiblichen Körper erinnern, die sie rot bemalt. Dabei stellt sich die Assoziation zur geheimnisvollen archaischen Göttin Lilith (und der Legende nach Adams erster Frau) ein. Zum Geheimnis über die sagenumwobene Gestalt schreibt Ernst Schlatter im  Gedicht "Auch  du bist Lilith":

"Wenn Lilith auftaucht, bleibt ein goldener Schimmer zurück
Ich werfe einen Blick in meine eigenen Tiefen
Ich erkenne den blinden Fleck
Ich ahne die Welt hinter dem Vorhang des Unbewussten:
Lilith hat mich gestreift".

Dieses kleine Beispiel mag aufzeigen, welcher Art das künstlerische Zusammenspiel von Carmen Cabert Steiner und Ernst Schlatter ist. In den Versen findet sich einerseits eine Art Interpretation des Kunstobjekts, andererseits wird aber klar, dass die Arbeiten der beiden Kunstschaffenden auch einzeln durchaus zu bestehen vermögen.

Dennoch: Wenn Schlatter im Gedicht "vernetzt - verletzt" schreibt: "Beliebigkeit hat keine Chance. Das scheinbar zufällig Zusammen-Gefügte fügt sich höheren Gesetzen", lässt sich ein unmittelbarer Bezug zu Carmens Objekten herstellen.

Natur als Inspirationsquell

Gerade die vordergründige Zufälligkeit der Werkstoffe verweist auf die tiefe Verbundenheit der Künstlerin mit der Natur und gleichzeitig auf ihre Offenheit gegenüber jeglichem Material. Sie entdeckt die Schönheit rostiger Blechplatten und die Ästhetik eines verkohlten Baumstumpfes. Aber sie dringt noch tiefer. Als sie beim Räumen ihres Ateliers auf dem Islisberg allerlei Überflüssiges verbrannt hat, entdeckte sie die Asche mit kleinen Farbpartikeln als faszinierendes Mal-Material, das für sie ein eigentlicher Energieträger darstellt.

Alte Gebetsbücher, die sie auf Flohmärkten oder in Brockenhäusern ausfindig macht, bedeuten ebenfalls Übermittler einer verborgenen Kraft. Ebenso ist das faserige Material , das sich zwischen Rinde und Holzstamm eines Baumes gebildet hat, für sie ein Beweis des Lebendigen.

Allerdings gilt es, ob der eigenwilligen und eigenständigen Objekte auch die grossformatigen Bilder der Ausstellung zu beachten, welche in der Regel auf einen bestimmten Farbton, ausgerichtet sind.

So verschieden die gezeigten Arbeiten auch sind, alle tragen sie den Stempel der unermüdlich suchenden und entdeckenden Künstlerin, die sich nie mit dem Erreichten zufrieden gibt, sondern gemäss der Philosophie von Joseph Beuys in jeder Lebensäusserung Kunst entdeckt.

Vernissage mit Liveperformance

Die Vernissage bedeutete auch eine Art Première der musikalischen Darbietung der Sängerin Verena-Barbara Gohl, die in Variationen zu den unten angegebenen Terminen erneut präsentiert wird.  Von Wiederholung kann aber nicht die Rede sein, denn es handelt sich um Improvisationen, die jedes Mal erneut mit Hilfe einer tragenden Stimme entstehen. Bald tönt diese wie ein Instrument, bald sind es eher lautmalerische Effekte, bald glaubt man Klänge aus der Natur zu vernehmen. Die Darbietung der Musikerin hat mit herkömmlichem Gesang wenig zu tun, spricht jedoch auf ganz ungewöhnliche Weise das Gemüt an. Solchermassen bewegt und beeindruckt bietet sich der Besuch des Untergeschosses an, welches als "Caberts Inspirationsraum" gekennzeichnet ist und wohl auch Meditationsraum erlebt werden kann.

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Betroffenheit, Faszination, Möglichkeit Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern .a.A. 22.10.04

Nein eine einfache Frau ist sie wahrlich nicht, diese Künstlerin und sie macht es sich selber auch nicht einfach. Vor zwei jahren schon hat sie mir erzählt, dass sie sich in die Texte des alten Testaments -vor allem ins Hohe Lied von Salomo - richtig gehend "verbissen" habe. Obwohl sie ein zutiefst ambivalentes Verhältnis zur Religion hat und häufig aggressiv auf die Institution Kirche reagiert, dort weo diese zum Instrument der Macht und Unterdrückung wird,fühlt sich die Künstlerin mit jeglicher Form echter Spiritualität verbunden. In langen Prozessen kristallisierte sie aus den Bibeln - in Brockenhäusern und auf Flohmärkten hat sie abgegriffene Bibeln zusammengekauft - ihre persönliche Essenz heraus.

Der achte Tag, an dem ein neuer Schöpfungsprozess beginnt - Besonders angzogen haben sie die Bücher Salomo. Sie hat die Texte im wahrsten Sinne des Wortes "auseinander-genommen", geknetet, als Collagen geklebt, Texte weg gestrichen und übermalt, was ihr nicht passte. So hat sich für sie - nach langer, ausdauernere, harter Arbeit, die auch eine Auseinandersetung mit sich selbst erforderte - ein neuer Kreis eröffnet: Das Projekt "Der achte Tag" nahm Gestalt an. Ein Teil dieser Arbeiten ist in der Ausstellung in der Galerie zum Elephanten in Zurzach zu sehen.

Grossformatige Energieausbrüche...... Grossformatige abstrakte Bilder - häufig in kräftigen Rottönen - offenbaren poetische Leichtigkeit, doch zeigen sich dabei auchdie dunklen Seiten der Liebe. Und da hängen kleine skizzenartige Bleistiftzeichnungen und Frottagen, die dokumentieren, wie Carmen Steiner den Dingen "auf den Grund" geht. Der auslösende Moment, ein neues Werk zu schaffen ist bei ihr Betroffenheit und Faszination. Vorgänge in der Umwelt wie auch in ihrem eigenen Innern bestimmen ihre Reaktioin, bilden die Basis der gedanklichen Auseinandersetzung und schliesslich der künstlerischen Umsetzung. Für sie sind die Verdichtungen, dei sich in Bildern und Worten ergeben ein Akt der geistigen Befreiung.

.....neben geheimnisvoll Verschlossenem - Ganz besonders eigen-artig sind ihre neuen Objekte: In Einmachgläsern verpackt sind Schriftrollen, Papierknäuel aus Bibelseiten: die Energie der durcharbeiteten Texte konservierend - unantastbar - eie auch die Dornen, das Sperrige, das man nicht in die Hand nimmt. Geheimnisvoll, wie auch die verkohlten Schrifttafeln, auf denen einzelne Worte entzifferbar sind aber eine Deutung offen lassen

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Ein eigenwilliger Zugang zur Religion Franz Keller, die Botschaft 25.10.04

Nur für kurze Zeit wird Carmen Cabert Steiner ihre Werke in der Galerie zum Elephanten präsentiern. Sie gibt damit eine ineressante, sehenswerte Kostprobe ihrer eigenwilligen, kritischen Auseinandersetzung mit der Institution Kirche.

Im Kontext zur Schöpfung - Über sieben Zeiträume,"sieben"Tage", hat sich die Schöpfung hingezogen.Als Krönung erschien der Mensch, der vom achten Tag an die Welt gestalten und sie mit Leben erfüllen sollte. Diesen Auftrag hat er nur unzulänglich wahrgenommen, und die Kirche als Sachwalterin des Schöpfers ist schon bald auf Abwege geraten und hat sich vornehmlich als menschlicher Machtapparat etabliert. So sieht es die Künstlerin, und so setzt sie ihre Überzeugung aus der haltung der Betroffenheit subtil und mit eindrücklicher Orginalität um. Wer käme schon auf die Idee, zu diesem Zweck auf Bibeleinkauf zu gehen.Nicht bei den neuesten Ausgaben und auch nicht bei den exklusiv antiquarischen. Nein, die gewünschten Exemplare findet Carmen Cabert bei den Volksausgaben des 19. und 20.Jahrhunderts. Bücher ,die etwa anch Haushalt-Liquidationen im Korb der antiquarischen Billigangebote alanden. Die vielen ihr bislang unbekannten Bibeltexte erschliessen der Künstlerin eine neue Sicht auf die religiösen Zusammenhänge.

Das alte Testament als künstlerischer Impuls - Carmen Cabert Steiner stösst auf die Psalmen und auf das "Hohe Lied" des Königs Salomon, auf Text von dichter Sinnlichkeit und starker Emotionalität. Sie greift einige Stellen heraus und formt sie zu Schrifttafeln. Beispielsweise mit " Oh,dass er mich tränke mit den Küssen seines Mundes, deine Liebe ist süsser als Wein". Da bekommt die Bibel eine Ausdrucksvielfalt, dindem das ganzu menschliche Leben mit allen Höhen und Tiefen Platz findet, wo geballte Leidenschaft sich entfalten kann, wo dem spielerischen Umgang mit Form und Farben kaum Grenzen gesetzt sicn, wo die kreative Fantasie stets neue Möglichkeiten auszuloten imstande ist. Alle diese Elemente machen das Werk von Carmen Cabert Steiner aus. Die Bandbreite reicht sehr weit. Buchseiten der Bibel können unmittelbar zu Gestaltungselementen werden. Sie werden zerknüllt, zu Kugenl geformt und mit dem Titel "Geballte Macht"in ein Konservenglas eingeschlossen. Da geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. der gedankliche Querbezug zum Missbrauch mit Bibelworten ist nahe liegend. Der Bogen der ausgestellten Bilder reicht auch von kleinen skizzenartigen Bleistiftzeichnungen bis zu grossflöchigen werken in Acryl. Die Ersteren - in Frottagetechnik erstellt - wirken verhalten, schon fast verträumt mit unerwarteten Themenvariationen. Die Zweiten kommen sehr impulsiv daher, oft in einem fast schreienden Rot ausgeführt, mit zügigen raumgreifenden Bewegungen, die buchstäblich über die Bildfläche hinaus draängen. Überraschend ist auch er Einbezug ungewohnter Materialien.Die angesengten Bretter einer Brandstätte liefern mit ihrer schwarzen Oberflächenstruktur das Gestaltungsmaterial für Themen der Liebe, des Windes und er Sternenwelt. sinnliche Lesung mit Musik: Sonntag........

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Ihr "Achter Tag" Ursula Meier-Hirschi Aargauer Zeitung 24.10.04

Carmen Cabert ist keine einfache Künstlerin, keine , die das Schöne und das allgemein als beständig Hingenommene malt, sondern eine Frau, die hinterfragt und zweifelt und ihre Fragen an die Betrachter ihrer Werke weitergibt. Sie werde mit dem von ihr aufgegriffenen, während Monaten bis zu Jahren verfolgten Thema eins, sagt sie nehme es völlig in sich auf, trage es mit sich herum, denke über die Zusammenhänge nach, um darauf ihre Visionen selbstständig aus sich heraus zu produzieren, sie einerseits zu filtern und andererseits zu verdichten. "Am achten Tag" nennt Carmen Cabert ihren neuen, in der Galerie zum Elephanten gezeigten Werkzyklus. Sieben Tage waren für die Erschaffund der Erde notwendig. Von einem achten Tag jedoch steht nirgends etwas. diesen achten Tag hat sich die Künstlerin gewissermassen erschaffen und für ihre neuste Auseinandersetzung zu Eigen gemacht. Er ist ursprünglich leer und jungfräulich, nicht besetzt von unseren biblischen Vorstellungen. Carmen Cabert Steiner entdeckt in ihm die innere Freiheit, losgelöst von allen Zwängen und Konventionen. Er öffnet der Denkerin und Künstlerin Wege zu neuen Gestaltungsmöglichkeiten. Ihr Verhältnis zur Kirche ist, wie jenes vieler Zeitgenossen, gespalten. Verlogenheit, Unterdrückung und Machtmissbrauch schmerzen sie, rufen Widerwilligkeit und Widerstand hervor, während sie um die Güte, die Spiritualität, die kleine tröstenden Gesten weiss, die eine Religion suchenden, annehmenden Menschen entgegenbringen kann.

Fragen und Respekt - Auf Flohmärkten und in Brockenhäusern trug Carmen Steiner Bibeln und Kirchengesangsbücher zusammen als Werkmaterial für ihren neuen Zyklus. Sie las, staunte, vertiefte sich ins "Hohe Lied",in weitere Texte des Alten Testaments. Sie trennte Buchseiten und ganze Bände heraus. Sie übermalte, zerknitterte, ballte verkleisterte, strich heraus und setzte neue, ungewohnte akzente, zum Beispiel: das gesamte Neue und Alte Testament in vier Bildern "verpackt" - das ganze Wissen um das Leiden und Leben auf Erden als Vorbereitung auf das Leben im Jenseits in Aluminiumschachteln konserviert, um sich und sein Verhältnis zu "Gottes Wort", wohl bemerkt von Menschenhand aufgeschrieben, zu überdenken und aus einer neuen fragenden Perspektive zu überblicken.

"Das Hohe Lied" - neu inerpretiert - Carmen Cabert Steiners Gedankengänge und eie daraus resultierenden philosophischen Fragestellungen nach Leben und Tod, Lebensfreude und Trauer, nach diesseitigem Dasein und der Vergänglichkeit kommen in lodernden Bildeen, in feinsten Zeichnungen und in geheimnisvollen Objekten zum Ausdruck. Und auch dieser liebe- imd respektvolle Umgang mit der Volksfrömmigkeit sei erwähnt: Carmen Cabert hat alle Lesezeichen und Souvenirs, die sie in den Bibeln und Gesangbüchern gefunden hat, sorgsam gesammelt und zum Teil in ihre Arbeiten eingeschlossen.

Am kommenden Sonntag um 17 Uhr laden die Galerie und die Künstlerin zu einer sinnlich Lesung mit Musik (Mitja Huter am Keybord) ein. Die beiden Laienschauspieler Heidi und Reto Huter und Carmen Cabert Steiner interpretieren "Das Hohe Lied der Liebe " gestern und heute.......

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Das Hohe Lied der Liebe Ernst Schlatter Anzeiger Affoltern.a. A. 16. 11. 04

"Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich./ Süsser als Wein ist deine Leibes/. Köstlich ist der Geruch deiner Salben..." So beginnt das Hohelied - wörtlich übersetzt :"Das Lied der Lieber" oder "Das schönste Lied". Dieser in der Bibel nur fünf Seiten umfassende hocherotische Text besingt in einer Folge von Gedichten die Liebe von Mann und Frau, die sich verbinden, sich verlieren, sich suchen und wieder finden.

Vom Text zum Werkzyklus und wieder zurück zum Text - Angeregt - nach einer hitzigen Debatte über die Bibel wurde sie darauf verwiesen, sie solle doch mal die Bibel als ein literarisches oder philosophisches Buch lesen - fühlte sich Carmen Cabert herausgefordert. So ist die Malerin vor zwei Jahren beim Lesen der Bibel auf diesen Text gestossen und wurde von der dichten Sinnlichkeit und starken Emotionalität ergriffen. Die Herausforderung, diesen Text zu illustrieren, hat sie gereizt. Sie hat ihn gelesen und gelesen in ganz verschiedenen. Übersetzungen, hat weggestrichen, verdichtet und nur das herausgeholt, was ihr gefallen hat. Aber sie hat gar nichts Eigenes dazu gefügt. Und so ist ein neuer, noch sinnlicher text entstanden. Paralell dazu sind im Rhythmus und in der Energie dieses Textes einige der Bilder des Werkzyklusses entstanden, welche sie an ihrer Ausstellung kürzlich gezeigt hat. Einige dieser Bilder werden auch an der "Sinnlichen Lesung" zu sehen sein. Zu Zeiten Salomos und heute - an der Veranstaltung........werden Heidi und Reto Huter die ursprüngliche Version als eine Art Liebesdialog lesen, dazwischen - fast emotionslos - liest Carmen steiner in kargem Ton und ohne Gestik ihre Textfragmente: eine Art Inventar des ursprünglichen Textes, was zu einer reizvollen Gegenüberstellung und Ergänzung führt...

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Bewegung sichtbar machen Annemarie Stüssi  Anzeiger Affoltern.a. A. 23.5.03

Die bekannte Bonstetter Künstlerin Carmen Cabert Steiner erarbeitet unablässig Stilmittel die ihre formalen und geistigen Visionen ins Bild fassen und übermitteln können. Dabei hat sie ein grosses Vorbild: den deutsch-französichen Künstler Max Ernst. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ihre ganz persönliche Ausdrucksweise zu suchen und zu finden. In der renommierten "Galerie zum Elephanten" in Zurzach kommen die neueren Ergebnisse dieses Weges unter dem Titel " Evolution eine Bildes" eindrucksvoll zur Geltung.

Carmen Cabert Steiner konnte schon wiederholt ihre Arbeiten in der Galerie für Gegenwartskunst und an zahlreichen anderen Ausstellungsorten präsentieren und ist damit stets auf lebhaftes Interesse gestossen. Denn die Künstlerin macht sich ihre Arbeit nie einfach und sucht nicht zuletzt in technischer Hinsicht stets nach adäquaten Ausdrucksmitteln. wichtig ist ihr auch der geistige Hintergrund ihrer Arbeit und die inneren Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Werken. Das schliesst allerdings nicht aus, dass jedes einzelne Bild durchaus für sich bestehen kann.

Ein "Urbild" als Ausgangspunkt - Für die aktuelle Ausstellung hat die Künstlerin ein grossformatiges Werk im Stil des action-painting" geschaffen, das ihr als Basis und Inspiration für eine Vielzahl weiterer Arbeiten diente.Die auf den ersten Blick ungegenständliche Kokmposition enthält nämlich aussagestarke Motive, die durch Übermalungen und Umgestaltungen scheinbar verdeckt wurden. Mit dem Stilmittel der "Frottage" gelingt es ihr, diese Bilder im Bild wieder sichtbar zu machen. Sie verwendet dazu ein Blatt Papier,weches sieauf einen Ausschnitt des gemalten Bildes legt und mit Hilfe von Graffitstiften die malerischne Erhöhungen und Struktueen herausarbeitet. So zeigen sich dann unverkennbar Gestalten in Bewegung, Gesichter die sich einander zuwenden, tänzerische Rhythmen, aus denen Musik aufzuklingen scheint..Entstanden sind die Vorstudien zu solchen Bildern ursprünglich auch im austausch mit einer professionellen Tänzerin. Bewegung ist ein Stichwort, das für Carmen Cabert von grosser Bedeutung ist. dabei geht es ihr auch um die geistige Bewegung, das unablässige Suchen und Forschen, das letzlich immer wieder ins eigene Zentrum führt. Vor Jahren haben wir an dieser Stelle über die sogenannten Abklatsch-Bilder der Malerin geschrieben. Dabei handelt es sich um eine künstlerische Technnik, die wie oben angetönt,auf Max Ernst zurück geht und bei wecher mit Hilfe von eingefärbten Glasplatten die Strukturen eines darunter liegenden Bildes wiedergegen und gleichzeitig verfremdet werden. Diese Technik ist es nun auch, die sie unter anderem erneut anwendet, um den verborgenen Ideen ihres Urbildes nachzuspüren.

Im Mittelpunkt: der Mensch

Auch dann, wenn dies auf den ersten Blick nicht klar erkennbar ist, findet sich in Carmen Caberts Arbeiten immer wieder der Mensch. Menschen im Gespräch, Menschen im Tanz, Menschen im inneren und äusseren Austausch. Dabei sind es anfänglich oft ganz bestimmte Personen, die sie zeichnerisch einfängt und die sich im Verlaufe der Arbeit zu stilisierten Gestalten umformen. Wenngleich wichtige Arbeiten in Schwarz-Weiss ausgeführt sind, spielt die Farbe doch eine entscheidende Rolle. So werden denn manche Bilder von nächtlichem Blau, einem warmen Gelb oder auch von einem hellen Grün gekennzeichnet. Rot findet einerseits in Arbeiten, weche städtische Unrast und Bewegungsdichte auszudrücken scheinen und andererseits oft als sparsamen, abr nie nebensächlichen Akzent, seine Anwendung finden und ist zuweilen auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. So wie denn überhaupt die Bilder von Carmen Cabert Steiner zwar unmittelbar ansprechen, sich aber dich erst bei näherer Beschäftigung voll erschliessen. Dazu dienen nicht zuletzt die Text, welche die Künstlerin verfasst und in der Ausstellung gut sichtbar angebracht hat.


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